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Puppentheater zum Welthospiztag am 14. Oktober 2023

Das Puppentheater von Frau Sonja Lenneke war ein voller Erfolg!

Altenstadt - Die Bühne ist leer, von fern tönt Kinderlachen. Plötzlich ist es still, ein Mensch ist tot. Künstlerin Sonja Lenneke bettet die kleine weiße Hülle zur letzten Ruhe. Aber was ist mit den Hinterbliebenen? Davon erzählt das Puppenspiel „Über die Trauer hinaus“. Aus Anlass des Welthospiztages hatte die Hospizhilfe Büdinger Land e.V. zu einer Aufführung nach Altenstadt eingeladen. Vereinsvorsitzender Andreas Marschella begrüßte das Publikum im Gemeindesaal der evangelischen St.-Nikolai-Kirche und stimmte auf eine knappe Stunde Theater ganz ohne Worte ein.

Mancher Zuschauer mochte sich fragen, ob das denn funktioniert: Ein wortloses Spiel über ein so schweres Thema? Mit nur zwei Charakteren, einem Erwachsenen und einem Kind? Doch Frau Lenneke zerstreute eventuelle Zweifel schnell. Allein durch die Bewegung der hölzernen Hände, Köpfe und Körper schaffte sie es, das Ausmaß des Verlustes und das Spektrum der Gefühle zu verdeutlichen – das Schnuppern an der Jacke des Verstorbenen, das erschöpfte Zusammenrollen unter dem Küchentisch, die ungezielten Versuche, Ordnung in die Hinterlassenschaft zu bringen. Aber manchmal ist da auch Zorn, die herrenlos gewordene Tasse wird vom Tisch gefegt, gefolgt von einem neuerlichen Zusammenbruch und ein wenig Halt durch eine stumme Umarmung.

Während sich die erwachsene Figur in ihrer Trauer zu verlieren droht, tastet sich die Kleine vor in die neue Wirklichkeit. Die Künstlerin findet dafür schöne Bilder: Aus dem Regal, das den Erwachsenen beim hektischen Räumen unter sich begrub, baut das Kind eine Brücke hinauf und hinaus, die zunehmend mutiger ausprobiert. Schließlich wagt sich auch der große Mensch darauf. Aber was treibt ihn an beim zaghaften Kriechgang nach oben? In welcher Absicht blickt er in die Tiefe?

Immer wieder werden die beiden von geheimnisvollen überlebensgroßen Figuren heimgesucht, die ihnen Stoffe in unterschiedlichen Farben zurücklassen. Sie werden im eindrucksvollen Schlussbild zum Segel auf einem Boot, mit dem klein und groß in eine bewegte See stechen und die Reise antreten in eine ungewisse Zukunft.

Nach dem Applaus herrscht erst einmal Stille, spürbar arbeitet das Gesehene in den Zuschauern. Dann wollen die eigenen Erfahrungen, Beobachtungen und Fragen heraus. Erlebnisse mit eigenen Abschieden werden geteilt. Eine Dame fragt Sonja Lenneke nach der Bedeutung der mystischen Besucher. „Das wissen Sie doch selbst“, ermuntert die Künstlerin. Und tatsächlich dürften die meisten Zuschauer ihre eigene Lesart gefunden haben. Die einen sehen Engel, die anderen die Manifestation von Gefühlen. „Es gibt kein richtig und kein falsch“, stellt die Künstlerin klar.

Als sie von ihren Erfahrungen mit Grundschulklassen erzählt, wird auch einmal gelacht. Warum müssten die Gefühle denn so groß sein, habe einmal ein Junge gefragt. „Hallo? Gefühle sind groß!“, konterte sein Freund. Überhaupt dürfe man Kinder nicht unterschätzen, weiß Lenneke. Sie seien sehr viel verständiger und hätten einen besseren Zugang zu den letzten Wahrheiten, als sich die meisten Erwachsenen vorstellen könnten, sagte sie.

Zum Abschluss dankte Hospizhilfe-Vorstand Marschella der Künstlerin für ihre bewegende Arbeit. Dank gilt ebenfalls der Reifschneider-Riedel-Bromund-Stiftung, die den Abend bei freiem Eintritt ermöglicht hatte. „Alle zusammen haben wir dem Hospizgedanken heute Abend wieder Gehör verschafft“, sagte er.

Geschlossene Trauergruppe

Die Hospizhilfe Büdinger Land bietet in regelmäßigem Abstand eine geschlossene Trauergruppe an.

Sie findet 8 mal im 14tägigen Rhythmus, jeweils um 16.00 Uhr, in Büdingen statt.

Wie funktioniert das? Ich bin doch in meiner Trauer gefangen und weiss mir nicht mehr zu helfen! Darf und will ich meine Trauer anderen zeigen? Wie soll ich ohne sie/ihn weiterleben?

Eine Geschlossene Trauergruppe beschränkt sich auf 4 - 8 Teilnehmer, die in geschütztem Rahmen versucht, die Einsamkeit und den Verlust zu be- und verarbeiten.

Bei den 8 Treffen wird über verschiedene Themen der Trauer intensiv gesprochen, um sich gegenseitig zu stärken und Erfahrungen auszutauschen. Es kann hilfreich sein, sich mit anderen trauernden Menschen auszutauschen.

Man ist nicht alleine, spürt: Trauer ist normal und richtig! Wir möchten Sie in Ihrer Trauerarbeit unterstützten!

Ausgebildete Trauerbegleiter*innen leiten diese Gruppe.

Der Unkostenbeitrag beträgt 40 Euro.

Anmeldungen sind unbedingt erforderlich.

Kontakt und Informationen bei:

Frau Albus, Koordinatorin und Trauerbegleiterin

Tel.: 0151-10 70 32 68

Detailinformationen über diese Angebote unter der Überschrift: Was wir tun -  "Trauerbegleitung"